Isabel Schupp

    Isabel Schupp
  • Nach dem Tod der Tochter Ausbildung zur Trauerbegleiterin, Leiterin der offenen Trauergruppe bei „Verwaiste Eltern und Geschwister München e.V.“
  • Leiterin des Institutes „Blauer Falter, Seminare für Trauernde“ www.blauerfalter.de
  • Referentin für Kommunikation in der Ausbildung Palliativmedizin und Hospizarbeit u.A. im Kinderpalliativzentrum München, an der Ludwig Maximilian Universität, der TU München, der Christophorus Hospiz Akademie und bei der Caritas. www.isabel-schupp.de
  • Zertifizierte MBSR Lehrerin / Kurse in Stressmanagement und Burnoutprophylaxe, Schwerpunkt Palliativecare / Altenpflege
  • Seit 25 Jahren Achtsamkeitspraxis in der Tradition von Thich Nhat Hanh und regelmäßige Vipassana Praxis
  • Freie Schauspielerin, bundesweit Vorträge und dichterische Lesungen mit Schwerpunkt auf den Lebensthemen Sterben, Tod und Trauer
  • Autorin des bei Kamphausen erschienenen Buches „Die Nacht bringt dir den Tag zurück - Leben und Abschied meiner Tochter“

Termin 2020

Basiskurs "Achtsame Trauerbegleitung"

Der Basiskurs "Achtsame Trauerbegleitung" richtet sich an Privatpersonen und Fachkräfte, die ihre Kompetenz im Bereich Sterben, Tod und Trauer, Abschied, Trennung und Verlust erweitern und vertiefen wollen.

Begleitend wird die Praxis der Achtsamkeit, die auf Elementen des MBSR basiert - Mindfulness Based Stress Reduction, (Stressbewältigung durch Achtsamkeit) - und die Praxis des MSC - Mindful Self Compassion (Achtsames Selbstmitgefühl) - vorgestellt und praktiziert.

Im Umgang mit Trauer und den dazugehörigen Tränen und Gefühlszuständen sind wir oft ratlos, hilflos, überfordert. Wir hoffen, dass sowohl unsere eigene Trauer als auch die unserer Mitmenschen so schnell wie möglich wieder verschwinden möge. Aber damit Trauer nicht krank und schwermütig macht, sondern sich heilsam wandeln kann, ist es wichtig, anzuerkennen, dass Trauer da ist, ihr Ausdruck zu verleihen, zu weinen, zu klagen und Erinnerungen Raum zu geben. Trauer will gesehen, gelebt und ausgedrückt werden, damit sie heilsam ist.

Aus der modernen Trauerforschung wissen wir, dass es in einem gesunden Trauerprozess nicht darum geht, die Verstorbenen "loszulassen". Vielmehr geht es darum, die geliebten Verstorbenen als kostbare und nachhaltige Erinnerung der gemeinsam erlebten Zeit zu ehren und einen guten Platz für sie in unserem Leben zu finden. Anerkennen statt verdrängen, da sein lassen statt bekämpfen, integrieren statt loslassen.
Trauer ist nicht das Problem, Trauer ist die Lösung.

Deshalb spielt die Praxis der Achtsamkeit eine wichtige Rolle bei der Trauerbegleitung:
Achtsamkeit bedeutet die Fähigkeit, die Dinge des Lebens und schwierige Herausforderungen urteilsfrei und mitfühlend wahrzunehmen.
Achtsamkeit führt aber auch zu einer tieferen Einsicht in die Natur der Dinge, in ihre Verwobenheit und Vergänglichkeit und in die Schönheit und Einzigartigkeit des Lebens.
Achtsamkeit ist eine Art Wundermittel: Wenn wir schwierigen Gefühlen, wie Schmerz, Trauer, Bitterkeit, Scham etc., mit mitfühlender Achtsamkeit begegnen, verlieren diese an Kraft. Begleiten wir Momente von Zufriedenheit, Geborgenheit, Freude und Glück mit Achtsamkeit, werden diese mit der Zeit mehr Raum in unserem Leben einnehmen.

Verdrängte oder nicht beachtete Trauer führt zu Stress und kann so zu einer Vielzahl von körperlichen Symptomen führen. MBSR-Kurse zur Stressbewältigung durch die Praxis der Achtsamkeit haben sich bei Vorbeugung und Behandlung stressbedingter Erkrankungen wie Rückenschmerzen, chronischen Kopfschmerzen und Migräne, Substanzmissbrauch, Bluthochdruck, Schlafstörungen, Gedächtnisstörungen, Unruhe und Angstzuständen bewährt.

In dieser Fortbildung lernen Sie, Trauerprozesse bei Ihren Mitmenschen bzw. bei Patienten oder Klienten zu verstehen und zu bejahen. Sie lernen, wie Sie Betroffene begleiten, beraten und unterstützen können.

Inhalte der Fortbildung

  • Sinn und Ziel von Trauer und Trauerprozessen verstehen
  • Trauer in verschiedenen Lebensphasen, Trauer von Kindern, Jugendlichen, alten Menschen und Sterbenden
  • Selbsterfahrung, Selbstreflexion eigener Trauer
  • Achtsamkeitsmeditation, achtsame Yogaübungen
  • Kommunikation/Gesprächsführung im Begleitprozess
  • Sicherheit erwerben im Umgang und Aushalten belastender und erschreckender Gefühle wie Wut, Schuldgefühle, Verzweiflung, Anklage
  • Suizid, Suizidalität
  • Schuld- und Schuldgefühle
  • Weltanschauungen und Spiritualität
  • Sterben, Tod und Trauer in verschiedenen Religionen und Kulturen
  • Bedeutung von Ritualen
  • Gestalten von Abschieds- & Gedenkfeiern
  • Psychohygiene, Beachtung der eigenen Grenzen in der Begleitung
  • Grundlagen des MSC
  • Hilfe zur Selbsthilfe anbieten

Zielgruppe: Menschen, die sich für die Begleitung Trauernder qualifizieren möchten.

  • Die Teilnehmenden arbeiten oder engagieren sich in folgenden Bereichen: (Palliativ)-Medizin, Hospizarbeit, Pflege, Sozialarbeit, Bestattungswesen, Seelsorge, Jugendarbeit, Altenpflege, Behindertenarbeit, Schule, Heilpädagogik, Erwachsenenbildung, Beratungsstellen, selbstständige Beratung und Therapie
  • Privatpersonen, die trauernden Kollegen, Nachbarn, Freunden, Bekannten und eigenen Familienmitgliedern kompetent und warmherzig begegnen möchten oder sie längerfristig begleiten möchten.

Anmeldung19.04.2020 | 18 Uhr - 24.04.2020 | 14 Uhr - 5 Tage
Kursgebühr 850 Euro
Unterbringung/Verpflegung 225 - 340 Euro